Montag, 22. September 2014

Girls in my Glasses Review [Manga]

Freunde. Girls in my Glasses. Mädchen in meiner Brille. Ob das genauso gut funktioniert, wie Dioptrien in der Brille – das klären wir heute. Hierum geht’s also und als ich das Ding in der Buchhandlung gesehen habe, war ich schon hellauf begeistert. Vor allem, weil ich vor Jahren als ich meine Spaider-Mann und der Pokémonkaiser Synchro begonnen hatte, dieselbe Idee einbaute: Eine Röntgenbrille mit Nacktscanner. Wie das Ding, das man sich bei Jamba fürs Handy runterladen kann, nur dass es funktioniert. Jedenfalls war das Cover sehr überzeugend und der Umstand, dass es in Masturbierfolie verpackt war, machte mich ebenfalls neugierig. Worum geht’s also in diesem Manga? Na, das seht ihr doch hier. Und hier. Tatsächlich ist das maßgeblich auch schon alles. Jedes Kapitel ist eine Kurzgeschichte, in der es einen Typen gibt – mangaguide.de drückt es ganz passend aus: Die Männer wirken normal bis leicht pervers – wie man das aus solchen Manga- und Animegeschichten halt kennt. Mega schüchtern, total tollpatschig und pubertär dauergeil. Also schon mal eine Figur, mit der man sich identifizieren kann. Dieser Typ ist grundsätzlich Brillenträger und durch eben jene Tollpatschigkeit oder ein Anrempeln, verliert er grundsätzlich in jedem Kapitel die Brille. Und kaum hat er sie wieder aufgesetzt – offenbart sich ihm der Himmel. Zunächst wirkt der Nacktscanner nur zum Besichtigen von Unterwäsche und nur bei der Angebeteten. Frauen im Hintergrund müssen sich keine Sorgen machen. Die Unterwäsche ist übrigens grundsätzlich schön anzusehen, selbst wenn sie beispielsweise in einem Kimono unpassend wäre, wie der Autor im Vorwort erklärt, wo er auf den farbigen Seiten Einblicke in seine Denkprozesse gewährt. Und wer wollte nicht immer schon mal wissen, was in so einem Kopf vorgeht. Kopf. Was folgt ist entweder ein erneuter Verlust der Brille oder ein fließender Übergang – was genau jetzt fließt, überlasse ich eurer Vorstellungskraft – zum kompletten Nacktscanner. Wir sehen immer nur ein paar Lippen, dafür aber sämtliche Chubawambas und wie ihr die Japaner kennt, ist dieser Begriff durchaus angebracht. Der männliche Hauptcharakter ist daraufhin logischerweise noch mehr bedröppelt und entweder das oder künstlerische Freiheit resultiert so gut wie immer in eine peinlich-geile Situation, in der dann solche Momente entstehen. Sei es ein Stolpern oder eine Klischee-heiße Lehrerin, die einem um den Hals fällt, weil sie eine Maus gesehen hat. Der Trick, jedes Kapitel gleich aufzubauen, ist kein schwerer: Alle Kapitel sind lediglich Kurzgeschichten mit jedes Mal neuen Charakteren. Bei den Girls sorgt das natürlich für Abwechslung, was die Kerle mit den Glasses angeht… nun ja, da auch manchmal. Es gibt z.B. Youichi Shibahara. Er macht Bilderbücher, die sich nicht verkaufen. Oder Mikami-kun, der nicht checkt, das alles nur durch seine Brille läuft und seine Angebetete gar nicht wirklich nackt ist und sich ihm nicht hingeben will. So ein Schweinigel. Jap, Schweinigel. Ich hab’s nie zuvor gehört, aber in diesem Buch ist es ein wiederkehrender, geläufiger Begriff. Damit haben wir’s auch schon, darum geht’s in Girls in my Glasses. Auch im Schlusswort klärt der Mangaka uns nochmal auf: Vielen Dank, dass ihr den ersten Band zur Hand genommen habt. Nicht in die Hände. Zur Hand. Singular. An sich ist die Idee natürlich schon irgendwie peinlich-lustig und einige Geschichten machen sogar tatsächlich Spaß zu lesen, wie die mit der Lehrerin, gleichzeitig wird die immerselbe Geschichte schon in einem Band so langweilig, dass panini auch nur noch einen weiteren herausgebracht hat. Die wechselnden Frauen funktionieren, aber es hätte sicher eine bessere Story ergeben, wenn ein einheitlicher Hauptcharakter diesem merkwürdigen Brillenmysterium über die Kapitel hinweg auf die Schliche kommt und zu gebrauchen weiß. Immerhin sind die Zeichnungen sehr gelungen. Einen Band davon könnt ihr euch also ruhig mal zur Hand nehmen.


Danganronpa 2: Goodbye Despair Review

Freunde! Lest ihr gerne? Dann nehmt euch doch mal wieder ein Buch zur Hand! Das ist euch zu untertechnologiert? Hmm… ja was machen wir denn da. Danganronpa! Speziell Danganronpa 2: Goodbye Despair ist unsere Alternative des Tages. Bei diesem Spiel handelt es sich um einen sogenannten Visual Novel, ein sehr populäres Videospiel-Genre in JÄPÄN. Maßgeblich wird dem Spieler in diesen mithilfe von überwiegend Standbildern eine komplexe Geschichte erzählt, die maßgeblich auf Dialogen mit anderen Charakteren aufbaut. Auch in Danganronpa gibt es unfassbar viel zu lesen, aber das Ganze wird durchgängig aufgelockert durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Hintergründen und zwischenzeitlichen Gameplay-Elementen. Anders als bei anderen Visual Novels, hat hier wirklich jeder Ort einen eigenen Hintergrund und spezielle Events eine eigene Zeichnung. Glorreiche Beispiele hier und hier.

Kurz erklärt, worum es überhaupt geht: Hajime Hinata hat eine sehr extravagante und höchst wahrscheinlich blitzableitende Frisur. Und einen Namen, der mich an mein erbärmliches erstes und einziges Semester Japanisch erinnert: Hajime Mashte. Schön dich kennenzulernen. Wenn ich mich recht erinnere. Bei meinen Japanischkenntnissen kann es genausogut Damen-Pissoir heißen. Jedenfalls ist Hajime unser Hauptcharakter, tritt seinen ersten Tag an der Eliteschule Hope’s Peak Academy an und schwupps findet er sich mit klaffenden Erinnerungslücken und 15 anderen ihm unbekannten Schülern auf einer tropischen Insel wieder. Und jetzt gut aufpassen: Ein kleines Kaninchen in Windeln und mit hervorstehendem Bauchnabel taucht auf und verkündet ihren fröhlichen Schulausflug, dann kommt ein kleiner zweifarbiger Bär, verhaut das Kaninchen und verkündet einen nicht so fröhlichen Schulausflug, bei dem sich alle gegenseitig umbringen sollen, wenn sie die Insel je wieder verlassen möchten. In Windeseile startet also eine Geschichte, die an eine Mischung aus Die Todeskandidaten, LOST, Die Tribute von Panem und Btoooom erinnert und das Ganze mit einem Gameplay, das sich zusammensetzt aus Phoenix Wright, Persona 4 und Dead or Alive Volleyball. Jap – und nicht etwa deswegen. Aber das sind auf jeden Fall auch zwei Argumente sich das Spiel sofort zu kaufen. Naja, und das Windelkaninchen und der Masochisten-Bär natürlich.

In der Kulisse dieses wunderbaren, aber völlig verlassenen Urlaubsparadieses sind die 16 Schüler der Hopes Peak Academy gezwungen, miteinander zusammenzuleben. Lustig ist übrigens, dass die Akademie in erster Linie Leute mit Talenten rekrutiert und so hat jede der Figuren ein besonderes ultimatives Talent wie die ultimative Athletin, der ultimative Koch, die ultimative Zockerin oder der ultimative Yakuza. Ist der nicht knuffig?! Achja, die ultimative Prinzessin gibt’s auch. Was auch immer das für ein Talent ist. Jedenfalls lernen die Schüler sich langsam kennen, kommen sich näher und erkunden zusammen die sonderbare Insel, die in 6 Gebiete aufgeteilt ist. Und gerade als man sich an das urlaubliche Feeling gewöhnen konnte, passiert es: Der erste Mord. Und darauf basiert dieses Spiel. Monokuma stellt uns das Ultimatum, die Insel nur wieder verlassen zu können, wenn wir uns gegenseitig umbringen und dabei wird er über den Verlauf der Geschichte sehr kreativ was die Motivationen angeht, die eigentlich recht friedfertigen Schüler zu einem Mord zu verleiten. Nach jedem Mord hat man zunächst die Gelegenheit zu ermitteln. Man untersucht den Tatort – leider ohne Sonnenbrille und Absperrband – die Leiche, spricht mit den Zeugen und überprüft Alibis, untersucht die Zimmer der Opfer und andere mit der Tat potenziell in Verbindung stehende Orte. Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, geht es um die Wurst, denn nach jedem Mord wird von Monokuma eine Gerichtsverhandlung eingeleitet und Antreten ist hier Pflicht, so sind die Regeln – und Regeln werden auf dieser Insel ganz ganz groß geschrieben. So ungefähr. Nur noch größer. In der Gerichtsverhandlung stehen sich alle Überlebenden im Kreis gegenüber und präsentieren die gesammelten Indizien, während sie sich gegenseitig Beschuldigungen und Vermutungen über den Tathergang an den Kopf werfen. Der besondere Clou an der Verhandlung? Auch hier kann jeder sterben. Ziel der Verhandlung ist es logischerweise den Täter zu entlarven, am Ende für ihn abzustimmen und ihn so hinrichten zu lassen. Das wirkt ziemlich grausam, aber eine Wahl bleibt einem nicht wirklich – denn sollte kein Täter gefunden werden oder die Gruppe mehrheitlich für einen Unschuldigen abstimmen, werden alle hingerichtet außer dem tatsächlichen Mörder. Ein ziemlich krankes Spiel also, das aber wirklich sehr gut durchdacht, unfassbar spannend geschrieben und sehr temporeich erzählt wird. Die Verhandlungen sind also das Kernstück des Spiels, gleichzeitig aber auch ein Wackelpunkt bei den Pros und Contras. Während alle in der Verhandlung nämlich versuchen, die Indizien zu einem fertigen Mosaik zusammenzusetzen, wird man immer wieder von Minispielen unterbrochen, die im krassen Gegensatz zum restlichen Spiel stehen und mich zumindest anfänglich völlig überfordert haben. Zum einen gibt es Wortgefechte, in denen man die Worte des Gegners mit dem Touchscreen zerschlagen muss, während die gesammelten Beweise auf Revolverkugeln aufgeteilt wurden, die man mit dem richtigen Beweis auf das richtige, bzw. falsche Argument abfeuern muss. Auch hier werden unnötig komplizierte Gameplay-Elemente eingebaut, aber es erscheint einem immer noch sinnvoller als mitten im heiß hergehenden Wortgefecht plötzlich Hangman mit explodierenden Buchstaben zu spielen, in seinem Kopf durch eine halsbrecherische Matrix-Halfpipe zu skaten oder Rythmusspiele zu absolvieren, die darin resultieren, einen vierteiligen Schlüsselbegriff zusammenzusetzen. In meinem Kopf geht ja auch schon mal die Party ab, aber das hier setzt dem ganzen wirklich die Krone auf. Unsere ultimative Prinzessin weiß wovon ich spreche. Wenn man erst mal im Spiel drin ist, gehen diese Minispiele gut von der Hand, aber am Anfang bringen sie einen wirklich aus dem Konzept und auch über den definitiv nicht kurzen Spielverlauf hinweg erscheinen sie einem nicht sinnvoller – vor allem wenn sie zur Beantwortung einer Frage führen, die man mit seinem eigenen Verstand ganz alleine durch logisches Denken beantworten konnte – auch ohne darin mit dem Skateboard rumzufahren. Immerhin hat man stets sämtliche Chancen offen, da es nicht möglich ist, während der Ermittlung einen Hinweis zu übersehen.

Phoenix Wright ist also abgehakt, dann können wir ja zu Persona 4 und Dead or Alive Beach Volleyball kommen. Wenn gerade nicht das Blut fließt oder die Story vorangetrieben wird, hat man Freizeit. Diese kann man nutzen, um über die Insel zu spazieren, einzukaufen oder am sinnvollsten: Um sich mit den anderen Schülern anzufreunden. Man kann seinen freien Nachmittag mit einem der Charaktere verbringen, die überall auf der Insel verteilt sind. Das resultiert in eine kurze Sequenz mit dem Hinweis, dass ihr euch näher gekommen seid und die Option, dem Gegenüber ein Geschenk zu geben. Und hier kommt Dead or Alive ins Spiel. Zwar gibt es auch ansehnliche Szenen, in denen die weiblichen Charaktere im Bikini präsentiert werden, Gameplay-technisch erinnert aber das Geschenke-System an das etwas sonderbare Sportspiel. Gebt ihr dem Charakter das richtige Geschenk, werdet ihr in eine weitere längere Sequenz hineingezogen, die eure Beziehung vertieft und Hintergrundwissen zum Charakter liefert. Das falsche Geschenk hingegen führt lediglich dazu, dass ihr eure wertvolle Freizeit verschwendet habt. Das Interagieren mit den Charakteren hat zum einen natürlich den Vorteil, mehr über sie zu erfahren, zum anderen führt ein erfolgreiches Treffen immer zu einem Hoffnungs-Fragment, das ihr vor den Gerichtsverhandlungen gegen nützliche Fähigkeiten eintauschen könnt – die aber wohl nur in höheren Schwierigkeitsgraden gebraucht werden. Noch besser aber: Wenn ihr alle Fragmente einer Person ergattert habt, bekommt ihr seine oder ihre Unterwäsche. Nach dem Kaninchen in Windeln sollte euch das jetzt auch nicht mehr wundern.

Überhaupt nicht zu gebrauchen, aber ein relativ lustiges Minispiel ist ein Tamagotchi in eurem Pausemenü. Durch eine bestimmte Anzahl von Schritten entwickelt es sich weiter und legt schließlich ein Ei, die Formen davon abhängig, wie wohl oder unwohl es sich fühlt. Schaut man zulange nämlich nicht vorbei um die Toilettenspülung zu betätigen, scheißt euer Tamagotchi sich nämlich buchstäblich zu Tode und ihr müsst von vorne beginnen.

Um Danganronpa zu spielen und vor allem zu mögen, müsst ihr also sehr viel lesen und dazwischen auch sehr viel mitdenken und euch an bestimmte Schlüsselstellen erinnern. Das an sich macht aber nichts, da das Spiel im Gegensatz zu anderen Visual Novels, erheblich dynamischer gestaltet ist. Mit dem Betreten von Räumen bauen diese sich jedes Mal wie eine zusammenfahrende Kulisse auf und haben teilweise auch bewegliche Hintergrundelemente, alles ist sehr farbenfroh, die Charaktere haben eine breite Palette an individuellen Emotionsdarstellungen, obgleich sie in der Spielwelt nur als Pappaufsteller zu finden sind und zwischendurch gibt es sogar 3D-Passagen, die zwar überflüssig sind, immerhin aber ein wenig Abwechslung reinbringen. Darüber hinaus braucht das Spiel aber gar nicht viel Abwechslung, denn es lebt tatsächlich von der unglaublich gut erzählten, spannenden Geschichte. In der Spielstunde genießt man noch die Interaktion mit den durchgeknallten, aber liebenswerten Charakteren, versucht sich mit den Jungs zu einem geheimen Strandbesuch der Mädchen zu schleichen und lebt den Gedanken des Schulausflugs völlig aus und dann mit einem Schlag dreht sich alles um 180 Grad, ein Mord passiert und alle sind völlig fassungslos und entsetzt. Diese Situationen resultieren zum einen in einem durchgängigen auf und ab der Spannungskurve und zum anderen zeigen sie, wie facettenreich die Charaktere gezeichnet wurden, wenn sie völlig unterschiedlich auf die verschiedensten Ereignisse reagieren. Auch die Morde sind schlichtweg genial durchdacht, liefern einem immer wieder einen neuen Ansatz und stellen sämtliche Fälle eines Detektiv Conans völlig in den Schatten.

Ich feiere das Spiel ungemein. Das Setting ist großartig und gehört zu den Spielewelten, in denen ich unbedingt mal Urlaub machen würde, die Charaktere sind alle sympathisch, wenn manche leider aber auch animetypisch völlig überzeichnet sind und mit ihrer Absurdität manchmal schon etwas nerven. Macht aber nichts, denn wie bei Game of Thrones, sterben die meisten sowieso und man kann sich eigentlich bei keinem Charakter sicher sein, dass er es bis zu den Credits schafft. Und neben den Schülern gibt es ja auch noch Monomi und Monokuma, die beide wirklich absolut großartige Maskottchen sind und ich hoffe, ich wirke noch glaubhaft, wenn ich sage, dass Monokuma in meine Top3 der absoluten Lieblingsschurken aufgestiegen ist und sich da jetzt mit dem Joker prügelt. Dieser sonderbare mysteriöse Bär hat einen ganz großartigen tiefschwarzen Humor und glänzt besonders mit seinen Monologen im Monokuma Theater. Wer andere Spiele von NIS America gespielt hat, z.B. Disgaea, wird die Intermissions kennen, die absolut keinen Bezug zur Story haben, aber beispielsweise eine ingame-Nacht unterhaltsam überbrücken. Seine Auftritte machen jedes Mal Spaß und er ist auch ganz fabelhaft synchronisiert. Mindestens so fabelhaft wie die schließliche Auflösung der Geschichte, mit der man so sicher nicht gerechnet hätte.




Als jemand, der den ersten Teil nicht gespielt hat, kann ich bestätigen, dass sich das Spiel auch problem- und lückenlos ohne das Vorwissen spielen lässt, aber da ihr ihn ohnehin nach dem Durchspielen von Danganronpa 2 haben müsst, könnt ihr auch direkt chronologisch anfangen – sofern ihr zufriedenstellend Englisch könnt natürlich, denn das ist bei dieser Wand von Texten und Minispielen wie Hangman unerlässlich. Und bei den zahlreichen Anspielungen und Momenten, in denen sich das Spiel selbst nicht so recht ernst nimmt. Ich persönlich hab hier eine weitere Perle der Videospielgeschichte gefunden, die glücklicherweise von ihrer ursprünglichen Version auf der PSP für die Vita neu aufgelegt wurde und sich da mit Persona 4 ganz weit oben unter meinen persönlichen Top-Titeln ansiedelt. Übrigens gibt’s auch weitere Minispiel-artige Spielmodi abseits des Hauptspiels, die aber nicht wirklich eine Erwähnung wert sind. *DING DING* Schön, dass die Kotze in Gang 5 jetzt weg ist, aber der Oma hättet ihr ruhig auch direkt aufhelfen können. Hallo? Hallo?! MONOKUMA

Sonntag, 31. August 2014

Panty & Stocking with Garterbelt REVIEW [Anime]

Freunde! Panty & Stocking (with Garterbelt). Garterbelt ist er hier. Ein katholischer Pfarrer mit einer Vorliebe für kleine Jungs. Wo haben wir das nur schon mal gehört? Jedenfalls geht es hier um diese 13-teilige Anime-Serie, die – das seht ihr schon – nicht die Bohne wie ein Anime aussieht! Ich meine, hallo?! Haben die Powerpuff Girls ihre rothaarige Schwester umgebracht und machen jetzt alleine weiter? In Jäpän? Nicht ganz, das hier schlägt dann doch einen bisschen anderen Weg ein. Panty & Stocking Anarchy sind zwei wegen ihrem Benehmen aus dem Himmel verbannte Engel, die auf die Erde nach Daten City geschickt werden – was nichts mit Daten zu tun hat, sonder ein japanischer Wortwitz auf gefallene Engel ist. Dort sollen die beiden nämlich unter der Aufsicht von Afro-Reverend Garterbelt böse Geister jagen, für deren Auslöschung sie Himmelsmünzen erhalten, mit denen sie sich irgendwann wieder in den Himmel einkaufen können. Hey, die Kirche funktioniert seit Jahrtausenden mit Bestechung. Einen wirklichen Drang nach der Rückkehr scheinen die beiden aber nicht zu haben, da sie es sich mit irdischen Gelüsten ziemlich gut gehen lassen. Stocking ist neben ner Emo-Chick ein kleines Naschkätzchen und braucht zum Frühstück erst mal ein ordentliches Stück Torte – je süßer desto besser. Panty steht auch auf Süßes, allerdings sind es bei ihr eher Fleischlollis. *Sie vögelt unheimlich gerne rum. Und das ist auch das Ganze, woraus diese Serie besteht – Nein, wir sehen kein direktes Vögeln oder Möpse oder ähnliches – und mal ehrlich, wer will schon nackte Powerpuff-Girls beim Sex sehen? Wenn das ihr Füße und das ihre Hände sind – meine Fresse, bitte zeigt mir nicht den Rest! Die Serie besteht aus jeder Menge Action-Passagen, in denen Geister gekillt werden, die gespickt sind mit unheimlich vielen vulgären, anstößlichen und teilweise urkomischen Sex-, Penis- und Unterwäsche-Witzchen, -Sprüchen und –Anspielungen. Überhaupt sind die Macher hinter der Serie ganz groß in Anspielungen, da jede Folge eine Parodie auf einen Film- oder Serientitel ist: Sex and the Daten City. High School Nudical. DC Confidential oder BITCH GIRLS. Kein Wunder, da unter den Machern der Regisseur vom 6-teiligen Anime FLCL ist, den ich vor Urzeiten gesehen habe und der mir immer noch als eines der kranksten Erlebnisse ever in Erinnerung geblieben ist. Müsst ich eigentlich mal wieder schauen. Zudem sind die Ideen für die Serie und die Charaktere, zumindest laut Wikipedia – DAS IST KEINE WISSENSCHAFTLICHE QUELLE! – der Crew während eines Entspannungstrips unter Alkoholkonsum kommen. Das merkt man. Jede Folge ist gleich aufgebaut und besteht aus 10-minütigen Kurzepisoden, in der es meistens um einen neuen Geist geht, den es zu besiegen gilt. Gleich in der ersten Folge lebt man dabei auch von Hommagen und Anspielungen an South Park oder Conker mit seinem Great Mighty Poo, aber auch darüber hinaus gibt es Gastauftritte von Ran & Stimpy-Klonen und sogar Tom Cruise spielt mit. HOLY SHIT! Buchstäblich. Sind ja Engel, nö? Die ganze Serie wurde zwar in Japan erstellt, aber mit dem Gedanken, auf ein amerikanisches Publikum zugeschnitten zu sein – ergo braucht es wenig Niveau, viel Sex und viel Fäkalhumor. Und das hat’s super zusammengetragen und eingesetzt. Es gibt Folgen, in denen man sich einfach nur denkt wtf, es gibt auch welche in denen man Brüllen muss vor Lachen, weil die Ideen oder Sprüche so geil sind, es gibt aber auch welche, die man hätte weglassen können, um auch hier nur eine 6-folgige Serie draus zu machen und es kurzweiliger zu belassen. Immerhin belässt man’s offenbar bei einer Staffel, weil mehr auch nicht funktioniert hätte. Abwechslungsreich ist es aber allemal mit seinen Scott Pilgrim-Soundeffekten, kurzen richtigen Anime-Passagen während der Sailor Moon Verwandlungen (hab ich erwähnt, dass die Waffen der beiden Engel sich aus ihren Höschen und Kniestrümpfen materialisieren? Nicht? Wie konnt ich das nur vergessen?), sogar einer kompletten Anime-Folge und immer neuen Gegnern. Darüber hinaus ist es aber wirklich seichte Kost mit einer sehr niedrigen Hemmschwelle und ziemlich billigen Flashanimationen, nach ihren Vorbildern Drawn Together und Powerpuff Girls. Echt amerikanisch eben, aber ebenso jäpänisch. 


Freitag, 1. August 2014

Bakuman Review [Manga]

Bakuman. Nicht zu verwechseln mit Hakuman aus der BlazBlue-Reihe – auch wenn’s ähnlich gut reinhaut! Hierbei handelt es sich um einen Manga, der zumindest thematisch mal etwas völlig anderes ist. Wir kriegen hier nicht nur einen Manga gezeichnet, wir kriegen hier einen Manga gezeichnet, der darüber handelt, wie jemand Mangas zeichnet. Whoooooa [Endlos-Spiegelbild] Die 176-Kapitel lange Geschichte dreht sich um den Jungen Mashiro, der antriebslos vor sich hinvegetiert, voraussichtlich die Schule mit einem durchschnittlichen Abschluss beenden wird, auf eine durchschnittliche Uni geht und dann ein durchschnittliches Leben führen wird. Und zum Frühstück gibt’s jeden Tag eine durchschnittliche Menge Aufschnitt. Durchgeschnitten. Jedenfalls ändert sich sein Leben schlagartig, als Klassenkamerad und Klassenbester Takagi auf ihn zutritt und ihm einen höchst unkonventionellen Vorschlag unterbreitet: »Lass uns Mangakas werden!« Mashiros einziges Talent ist nämlich das Zeichnen, während Takagi für sein Leben gerne Geschichten schreibt – eine perfekte Ergänzung also. Wäre da nicht Mashiros Abneigung gegenüber dieses waghalsigen Vorschlags. Doch Takagi lässt nicht locker und bringt Mashiro dazu, der Liebe seines Lebens von diesem Traum zu erzählen. Azuki, mit der er nie zuvor ein Wort gewechselt hat, ist begeistert von diesem Plan und enthüllt ihrerseits den Traum, Voice Actress zu werden, eine Mischung aus Schauspielerin, Sängerin und Synchronstimme. Und dann passiert etwas, das nur in einem Manga passiert – der schüchterne Mashiro bricht mit einer spontanen Idee aus sich heraus: Er macht Azuki einen Heiratsantrag. Mit 14 oder 15 Jahren. BECAUSE WHY NOT?! Wenn er und Takagi einen erfolgreichen Manga zustande bringen, der in einen Anime umgesetzt wird und Azuki die weibliche Hauptrolle sprechen wird, dann sollen sie heiraten. Und, was wahrscheinlich auch nur in einem Manga passiert: Azuki sagt zu und der bisher so antriebslose Mashiro hat nun einen Grund sein Leben auszuleben. Und damit beginnt der Kampf um die Spitze des Magazins Shonen Jump, in dem in Japan wöchentlich die neusten Kapitel von Mangas wie z.B. One Piece und Naruto erscheinen.

Und obwohl die Handlung komplett anders klingt als diese üblichen Jump-Mangas, ist sie sehr ähnlich aufgebaut. Es gibt viele Hürden die genommen werden müssen, vom Aufkommen der Ideen, über das Erstellen der Manuskripte, das Organisieren eines Editors und den schließlichen Kampf um eine Serialisierung und deren Instandhaltung natürlich. Und wie für einen Jump-Manga relativ üblich gibt es natürlich auch Kämpfe – logischerweise aber nicht mit Fäusten (obwohl es die auch zwischenzeitlich gibt), sondern mit der Feder. Ist ja eh stärker als das Schwert. Erzählt das mal Tischaune aus Walking Dead. Es gibt den als Genie betitelten Konkurrenten Eiji, der noch jünger als die beiden ist und ungefähr zur selben Zeit serialisiert wird, als die beiden anfangen. Es wird schnell klar, dass Eiji der ultimative Konkurrent des Duos ist, dem sie nacheifern und den sie schlagen wollen, obwohl er ihnen so unerreichbar weit voraus ist. Doch mit Eiji nicht genug, denn in so einem Magazin gibt es rund 20 verschiedene Mangas, gegen die man sich mit interessanten Geschichten und eindrucksvollen Zeichnungen durchsetzen muss und dementsprechend gibt es auch jede Menge andere „Antagonisten“, die wie die typischen Manga-Gegenspieler auftreten und Mashiro und Takagi den Kampf erklären.

Was den Manga so interessant macht, ist natürlich allen voran die Thematik, die übrigens auch gewisse autobiografische Tendenzen hat, da Bakuman ebenfalls von einem Duo erstellt worden ist – dasselbe, das sich auch für Death Note verantwortlich zeigt übrigens. Es ist unfassbar interessant zu sehen, wie ein Manga entsteht, wie man auf die Ideen dafür kommt und wie viel Kraft und auch Blut dafür fließen, speziell wenn man erst mal serialisiert ist und jede Woche ein Kapitel fertig kriegen muss, das noch dazu die besten der Besten schlagen soll. Aber es werden nicht nur die Mangakas und ihre unterschiedlichen Herangehensweisen gezeigt, sondern auch die Vorgänge bei Shonen Jump selber, also ein Blick hinter die Kulissen eines derart weltweit bekannten Magazins. Es ist sehr interessant zu sehen, nach welchen Kriterien ein Editor ein Manuskript auswählt oder wie er die Mangakas unter sich immer weiter antreibt und motiviert. Ein besonderes Highlight ist für mich hier Hiramaru, der die Arbeit an einem Manga unterschätzt hat und die gesamte Serie über darüber redet, wie er am liebsten aufhören oder mehrjährige Pausen einlegen möchte, was sein Editor Yoshida aber natürlich nicht zulassen möchte und ihn auf die herrlichsten weisen humoristisch manipuliert.

Für mich persönlich ist Bakuman zu einem meiner allerliebsten Mangas aufgestiegen, nicht nur weil er so herrlich unkonventionell und gleichzeitig doch typisch Shonen Jump ist, sondern einfach, weil ich mich wunderbar in der Geschichte wiederfinde. Ich hab auch mit 14 einen Heiratsantrag gemacht. Und sie hat ja gesagt… Nein, aber im Mittelpunkt der Geschichte steht der Kampf darum, seine Träume zu verwirklichen und seinen Konkurrenten nachzujagen, was mich in fast jedem Kapitel an mich und meinen Werdegang auf YouTube erinnert hat. Aber nicht nur die großartige Thematik beim Kämpfen um die eigenen Träume der Jugend, sondern auch die Darstellung von Freund- und Kameradschaften. Speziell Mashiro und Takagi, die die besten Freunde sind, die man sich nur vorstellen kann, aber auch die Verbindung zu ihrem Editor Hattori (der mich übrigens stark an… naja… die hier erinnert) oder zu anderen Mangakas, die als Gegenspieler vorgestellt wurden und im Laufe der Geschichte zu Freunden, Verbündeten, aber auch weiterhin Konkurrenten werden.



Wenn ich euer Interesse geweckt habe, verlinke ich euch in der Videobeschreibung den ersten Band, schaut gerne mal rein und lasst mir in den Kommentaren eure Meinung da. Ansonsten: Kämpft für eure Träume der Jugend!

One Piece: Unlimited World Red Review [3DS]

Nananananana… One Piece! So isses, da isses, One Piece Unlimited World Red! Ich bin seit meiner Kindheit inniger One Piece-Fan und ich warte seit eben jenen Kindertagen noch auf das perfekte One Piece-Spiel. Die Games, die dieser Idealvorstellung am nächsten kommen, sind die Unlimited Cruise Teile für die Wii U. Wir können alle Strohhüte spielen, wir kämpfen gegen nahezu sämtliche nennenswerte Gegner aus der Serie, wir haben RPG-Elemente wie optionale Bosse, Minispiele und Sammel- sowie Bastelaufgaben und dann ist das alles auch noch in einer völlig eigenständigen Geschichte mit eigenen Charakteren erzählt, die mal nicht einfach nur zum 100sten Mal die Anime-Geschichte neuerzählt, die ich schon mitsprechen kann. Umso höher waren auch meine Erwartungen für Unlimited World Red. Ob es diesen gerecht wurde, schlüsseln wir jetzt auf.

Gleich von Beginn an geht zumindest den One Piece-Fans direkt das Herz auf, weil alle Charaktere durch ihre japanischen Originalsprecher synchronisiert wurden und die Dialoge wie von Eiichiro Oda höchstpersönlich geschrieben wirken – jede Figur wird ihrem Charakter gerecht und man merkt, dass jemand mit Ahnung die Geschichte geschrieben hat. Auch sehr cool ist die neue Figur Pato, die eigentlich ein Stift ist. Jap, spannend oder? Wie aber auch in der Serie, können Gegenstände von Teufelsfrüchten Leben eingehaucht bekommen und so hat dieser Stift nun die Fähigkeit sich in einen ultra knuffigen Waschbären zu verwandeln – der Gaburi aus Unlimited Cruise schon mal einiges voraus hat. Das Teil hat mich immer an den Ansager aus Mario Party erinnert. Und das ist kein Kompliment. Auch der Schurke ist recht cool designet und speziell in Zusammenhang mit dem düsteren Intro wirkt es so, als würde man den Anfang einer der One Piece-Filme schauen, die in der Regel auch neue eigene Schurken präsentieren. Jedenfalls basiert die Story darauf, dass die Strohhüte Pato auf die Insel der Versprechen bringen und dort natürlich sämtliche Strohhüte abgesehen von Ruffy entführt werden, die zunächst befreit und somit als spielbar freigeschaltet werden können. Pirate Warriors 2 anyone? Interessanter- oder langweiligerweise, das kann man auslegen wie man möchte, entsprechen die verschiedenen Teile der Insel bereits besuchten Orten aus dem Anime. Ich werde in meinem Review dessen Story nicht spoilern, aber Fans der Serie, die noch nicht weit über den Timeskip hinaus sind, sollten vielleicht erst einmal den Manga, bzw. Anime aufholen, da der Story-Modus bis zur ersten Insel der neuen Welt reicht und der separate Kollosseums-Modus sogar an die aktuellen Ausgaben des Mangas heranreicht. So kämpfen wir uns also mit einem Team aus 3 Strohhüten durch die 7 Gebiete, in denen wir es mit normalen Gegnern zu tun bekommen, am Ende natürlich mit Bossen und zwischendrin haben wir auch noch die Möglichkeit, Minispiele wie Angeln oder Käferfangen zu betreiben oder Materialien zu sammeln, mit denen die Stadt oder unsere Werkzeuge ausgebaut werden können. Bei der Stadt handelt es sich sozusagen um unsere Oberwelt, in die wir nach jeder Mission zurückkehren, in der wir uns mit NPCs unterhalten können, diverse weitere Minispiele angehen, die Stadt ausbauen oder Quests annehmen können. Der Ausbau der Stadt ist aber leider vorgegeben und man kann nicht wirklich Häuser platzieren wie man möchte, wie es z.B. ein großartiges Element in Dark Chronicle für die PS2 war. Die Missionslevel, die an One Piece-Inseln angelehnt sind, bestehen meist aus mehreren Bereichen, die aber gerade durch diese Unterteilung ein wenig ihren Open-World-Charakter einbüßt. Dafür sind sie aber dennoch relativ weitläufig und haben wieder den einen oder anderen Punkt, an dem die Strohhüte ihre individuellen Umgebungsfähigkeiten einsetzen können. Chopper kann beispielsweise Items ausgraben, Lysop kann Pflanzen wachsen lassen, die Insekten anlocken, Zorro kann Tore durchschneiden, Robin antike Schriften lesen – Haken an der Sache ist allerdings, dass man den entsprechenden Charakter unter den 3 ausgewählten dabei haben muss, was in der Regel – genau wie damals bei Unlimited Cruise – nicht der Fall ist. Allein, dass wir aber überhaupt schon mit 3 Charakteren gleichzeitig losziehen können, ist definitiv eine starke Verbesserung. Zum einen ist natürlich viel mehr los, als wenn man alleine unterwegs ist, da die anderen beiden stets mitlaufen und mitkämpfen. Glücklicherweise leveln sie auch mit, wodurch man Charaktere, mit denen man nicht so gerne spielt, mitziehen kann – auf der Wii musste man noch mühsam mit jedem einzeln kämpfen. Allerdings hatte ich auch nicht den Eindruck, dass einem das Level-Up viel mehr bringt als stärkere Werte – die Attacken, die man in den Vorgängern noch erlernen musste, scheint man hier von Anfang an alle zu können – dafür kann man aber nicht mehr rennen, bzw. dashen. Auch das Fangen von Fisch oder Insekten wurde etwas verändert und ruft nun jedes Mal ein Tastendrück-Minispiel auf, bei dem ich persönlich größere Probleme hatte, weil ich eine Nintendo-Tastatur nicht so intuitiv drücken kann wie die X, Kreise und Quadrate auf einem PlayStation-Gamepad. Meistens sind Angel oder Fangnetz aber ohnehin zu schwach und müssen erst in der Fabrik aufgelevelt werden, wofür man wieder Materialien braucht. Man braucht sowieso erst einmal Materialien um die Fabrik zu bauen und dann gibt es unzählige Stufen, über die man sein Werkzeug hochleveln kann, die jedes Mal neue Materialien schlucken und diese zu beschaffen ist leider genauso mühsam wie in den alten Teilen. Materialien erhält man durch das Zerstören von Pflanzen, Fässern u.ä. in der Spielwelt, davon gibt es aber zum einen nie sonderlich viel und zum anderen ist es ohnehin ein Glücksspiel ob sie überhaupt ein Item abwerfen. Das ist unheimlich nervig, weil das Angeln an sich schon Spaß macht zwischendurch, einen direkt aber wieder frustriert, wenn jeder zweite Fisch so stark ist, das man nicht mal mit den flinksten Fingern der Welt überhaupt eine Chance hat. Von Geräten und Materialien unabhängig sind die zahlreichen Minispiele, die man noch in der Stadt und in verschiedenen Schwierigkeitsstufen absolvieren kann und die sind wirklich cool für zwischendurch.

Und man sollte zwischendurch auf jeden Fall so viel wie möglich machen, da das Spiel sonst überraschend schnell zu Ende sein kann… Bei mir war es, mit gelegentlichen Angeln und Käferfangen, nach nicht einmal 7 Stunden so weit und das ist für ein Spiel, bei dem ich besonders auf die RPG-Aspekte gebaut habe, der größte Minuspunkt. Maßgeblich passiert das dadurch, dass die Bosskämpfe deutlich einfacher geworden sind. Zum einen können wir per Quicktime-Event gegnerischen Attacken ausweichen, was ziemlich einfach ist und zum anderen spielen wir jetzt eben mit drei anstatt mit einem Charakter. Sollte einer nicht reichen und wird besiegt, können wir zum nächsten mit voller Energie wechseln. Zudem haben wir den Einfach-Knopf in den Optionen, den wir jederzeit betätigen können, sollte das Spiel zu schwer werden. Und sollte es zu leicht werden, kann man nach Abschließen der Story noch einen besonders harten Durchgang starten, in dem ich direkt im Tutorial-Kampf das erste Mal abgenippelt bin. Darüber hinaus wird es kürzer, weil die Welten nicht mehr so offen sind und lediglich einen Boss beherbergen, wo in Unlimited Cruise mindestens 2 plus eventuelle optionale Bosse gewartet haben. Für letztere muss man nun erst in der Stadt eine Taverne bauen und darüber dann entsprechende Quests annehmen, die einen in bereits besuchte Gebiete schicken, wo dann entweder alte Bosse in stärkere Form auf einen warten oder eben optionale wie z.B. Boa Hancock, die sich aber nicht sonderlich von den anderen Bossen unterscheiden. Außer dass sie deutlich heißer sind.

Das Spiel hat seine Momente, speziell für Fans des Franchises, da es auch mit vielen Cutscenes und synchronisierten Dialogen auftrumpft und man viel nebenher machen kann. Auch mit dem Kollosseums-Modus kann man seinen Spaß haben, wo man gegen Bosse und Gegnermassen antritt um im Rang zu steigen und wo man auch mit anderen Figuren als den Strohhüten spielen kann, z.B. Trafalger Law. Cooles Gimmick, das einen über das Fehlen des 2-Spieler-Beat-Em-Up-Modus hinweg tröstet. Den Multiplayer für bis zu 4 Spieler auf dem 3DS habe ich nicht ausprobiert und kann ich nicht beurteilen. Ein herber Schlag ist aber natürlich die viel zu kurze Story, die man nach den Vorgängern so nicht erwartet hat. Auch die optionalen Bosse, die in Unlimited Cruise solche genialen Überraschungen wie Nightmare Ruffy parat hatten, haben einfach nicht denselben Charakter, wenn man sie nicht erst in der weiten Welt suchen und freilegen muss, sondern sie einfach in der Taverne als Mission annimmt, wo einem auch schon in der Beschreibung verraten wird, mit wem man es zu tun bekommt und der Kampf sich dann nicht von allen anderen unterscheidet. Auch die normalen Bosse waren ein wenig enttäuschend, da es mit Crocodile, Blackbeard und Co. die üblichen Verdächtigen waren. Auch wenn mir an Romance Dawn nicht allzu viel gefallen hat, dass die wenigstens mal auch Unterschurken wie Miss Merry Christmas oder Okta eingebaut haben, war herrlich erfrischend und ist auch für solche Spiele sehr wünschenswert. Ich meine, wir können schon mit allen Strohhüten spielen, wieso kriegen wir also immer nur Ruffys Gegner aus der Serie?

Es gibt also einige deutliche Verbesserungen zu den Vorgängern, einige Sachen, die damals schon nicht so geil waren, wurden leider beibehalten, wie das nervige Farmen oder die charakterspezifischen Umgebungsaktionen, für die man nie den richtigen Charakter dabei hat und die man dummerweise auch nicht für spätere Besuche auf der Karte markieren kann. Innerhalb eines Levels sieht sich doch alles recht ähnlich und auch wenn diese Punkte sich meistens in sehr auffälligen Sackgassen befinden, wäre so eine Funktion doch wünschenswert gewesen.


Nichts desto trotz hatte ich meinen Spaß, wenn er auch ein kurzer gewesen sein mag, da ich mit Level 10 von 50 bereits durch war. Und es ist eben so wie auch in einem Watch Dogs oder jedem anderen Spiel: Wenn man das Spiel erst mal durch hat, verliert man auch das Interesse an allen optionalen Sachen – so vielfältig sie auch sein mögen und das sind sie speziell in diesem Spiel. Ich werde mir das Game beizeiten auch noch mal für Vita oder PS3 holen und mit dem kleinen Ansporn von Trophäen auch die ganzen Nebenaufgaben erledigen – was auch meine Empfehlung für euch ist, solltet ihr euch das Spiel holen. Amazon-Link findet ihr wie immer in der Videobeschreibung und über einen Daumen und einen Kommentar zum Thema freue ich mich natürlich auch. Gum-Gum-Reingehauen!

Montag, 21. Juli 2014

Easy oder Hard? Welchen Schwierigkeitsgrad wählst Du?

Easy… oder hard? Welchen Schwierigkeitsgrad wählst du? Die liebe Guddy hat diese Frage in ihrem Blog aufgeworfen und ich fand das Thema so klasse, dass ich das jetzt eiskalt aufgreife. Den Link zu Guddys Blogeintrag findet ihr übrigens in der Videobeschreibung, da müsst ihr auch nur klicken, nicht lesen. Apropos, da fällt mir einer meiner liebsten NICHTLUSTIG Comics ein. Höhö.



Ja, easy oder hard? Oder normal oder Das-Tutorial-wird-dich-bereits-zerfleischen? Oder Dark Souls. Die meisten Spiele lassen uns die Wahl und viele Spiele, wie z.B. das neue Wolfenstein, differenzieren diese Möglichkeiten in so viele Unterstufen, dass wir fast schon ZU viel Auswahl haben und uns gar nicht entscheiden können. Mir als Noob, fällt es natürlich nie schwer, die nuckelnde-Baby-Schwierigkeit auszuwählen, was aber auch nicht heißen soll, dass ich es nicht anders kenne. Oh glaubt mir, ich kenne es zur Genüge. Bei mir persönlich ist der Schwierigkeitsgrad eines Spiels Real Life abhängig. Lasst mich euch das in die klassischen 3 Modi herunterbrechen:

Normal: Das Kind mit dem spärlichen Taschengeld


Ich weiß nicht, wie es in eurer Kindheit aussah, aber ich habe nie sonderlich viel Taschengeld bekommen, wenn überhaupt mal. Ich hab zu Geburtstag und Weihnachten meistens tatsächlich das bekommen, was ich mir auch gewünscht habe, aber zwischen diesen Terminen herrschte meistens Ebbe oder das Ausnutzen der dort aufgebauten Reserven. Zudem gab es anfänglich nur eine Konsole für mich, die PlayStation 1 oder halt später der GameBoy Colour, der dazu gekommen ist. Dementsprechend musste man also auch sparsam mit seinen Games umgehen, sie mussten einen länger beschäftigen und länger halten. Aus denselben Gründen sollte einen ein Game aber auch nicht zur Weißglut treiben – einzig sinnvoller Kompromiss: Normal.

Hard: Der Jäger


Und wonach könnte man bei Games schon jagen? Okay, eventuell nach Bären oder Schätzen – ich rede aber schon eher von Trophies, bzw. Achievements. Jahre meines Lebens habe ich damit aufgebracht, wirklich ALLES aus einem Spiel rauszuholen. Sammle alles, finde alle Geheimnisse, mach Liebe mit allen, bewältige alle Minispiele mit einer Goldmedaille… und natürlich die schlimmsten Trophies überhaupt: Bewältige das Spiel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Das ist maßgeblich der Grund, warum ich mit dem Hunten aufgehört habe, weil mir das tatsächlich den Spaß am Spiel genommen hat. Es gibt Games, da ist die höchste Schwierigkeit human. BioShock z.B., wo ich direkt auch noch ohne Vita-Chambers und mit sämtlichen anderen relevanten Handicaps gespielt habe. Oder Spiele wie Virtues Last Reward, wo der einzige Unterschied zwischen easy und hard der ist, dass die Leute in einem Rätselraum in ihren Dialogen Hinweise zur Lösung geben. Da die aber so vage sind, braucht man am Ende eh eine Komplettlösung und kann eigentlich ruhig direkt auf Hard spielen. Dann gibt es aber auch Spiele, speziell aus den Bereichen Ego-Shooter und Hack N Slay, wo der Spaß einfach aufhört. God of War hat unabhängig von der Schwierigkeit schon Gegner, in deren Entwickler ich am liebsten direkt die Chaosklingen jagen würde, aber die dann auch noch auf der Titan-Schwierigkeit? Aufs Maul? Jaha, kriegste auf jeden Fall. Ja, und über Shooter müssen wir gar nicht reden. Dead Space 2? Wtf? Wir dürfen 3 Mal im gesamten Game ohne Checkpoints und mit Munitionsknappheit speichern, in dem uns fast jeder Gegner one-hitten kann? Und dann dürfen wir uns wieder die gesamte Start-Cutscene angucken und alles von vorne machen? Ja ne, is klar.

Easy: Der vielbeschäftigte Story-Genießer.


Irgendwann kommt sie, die Zeit, in der man sie einfach nicht mehr hat, die Zeit. Job, Partner, zeitaufwändige Hobbys wie Sport oder YouTube z.B. Ich freue mich jedes Mal, wenn zu einem Spiel auch eine Handheld-Version rauskommt, weil ich inzwischen tatsächlich die meiste Zeit zum Zocken auf der Bahnfahrt zur Arbeit habe. Gleichzeitig habe ich jetzt aber auch das Geld, um mir nahezu alles zu kaufen, was ich gerne zocken würde. Die Verhältnisse haben sich also verschoben, aber die Probleme sind nach wie vor da. Ich hab so viele Spiele, die ich genießen und erleben möchte, deren Story ich bis zum Ende mitverfolgen und mit deren Charakteren ich mitfiebern möchte. Speziell in meinem Lieblings-Genre, den JRPGs, die ohnehin schon 30h Stunden minimum fressen. Da hat man schlichtweg keine Zeit mehr, um sich mit Multiplayer-Boosten oder Sammelsachen aufzuhalten oder sich eben mit einem hohen Schwierigkeitsgrad die Zähne auszubeißen. In den seltensten Fällen, spiele ich ein Spiel wegen des Gameplays und schon gar nicht wegen der spielerischen Herausforderung. Ich liebe die kreativen Geschichten und sympathischen Figuren, denen die meisten Filme, Serien oder Bücher nicht das Wasser reichen können. Warum soll ich sie 10 Mal im Folge beim selben Boss sterben lassen, bis ich sie wütend anschreie, warum sie denn so verdammt unfähig sind. Nö, dann definitiv doch lieber am Daumen nuckeln.



So viel von mir, aber wie steht ihr denn zu dem Thema? Easy oder Hard? Normal oder Extrem? Schreibt’s in die Kommentare und wenn ihr mögt, könnt ihr gerne auch noch erwähnen, ob ihr Schüler seid oder bereits berufstätig. Oder Student, also 7 Tage die Woche Zeit zum Zocken habt.

Montag, 14. Juli 2014

Attack on Titan Manga-Review



Ihr wollt nackte Haut und ordentlich Blut? Dann hab ich hier genau das Richtige für euch… Attack on Titan, meine lieben Freunde, ein Manga und Anime, dessen Popularität nun auch auf Deutschland überschwappt. Die Handlung ist in einer postapokalyptischen Welt angesetzt, in der der Rest der Menschheit von den gnadenlosen Titans in eine riesige Festung getrieben wurde. Diese Festung ist ein Land, das von drei enorm hohen Wänden umzäunt und geschützt wird, die von einigen Sekten sogar als Gottheiten angebetet werden. Innerhalb dieser Wände leben die Menschen seit 100 Jahren in Sicherheit, bis eines Tages neben den üblichen Titans, die maximal bis zu 15 groß werden, ohne Vorwarnung ein weiterer auftaucht, der mit seinen 60 Metern sogar die äußerste Wand überragt und sich denkt: »Die Mauer muss weg!«. Mit einem einzigen Tritt zerstört er das Zugangstor und die seit 100 Jahren sichere Menschheit muss erneut ums Überleben kämpfen, als die Titans in ihr Land strömen. Bei den Titans handelt es sich um menschenähnliche Lebensformen, die allerdings deutlich größer, deutlich geschlechtsloser und sehr Instinkt-getrieben sind. Im Grunde sind sie in diesem Punkt mit Zombies oder Rainer Calmund zu vergleichen: Sie wollen nur fressen. Und dabei sind sie sehr auf die Menschen fixiert, die ihnen wie die Fliegen zum Opfer fallen, während die in haltloser Panik versuchen, sich hinter die zweite Wand in Rettung zu bringen. Viele sterben an diesem Tag und auch an den Tagen danach, nachdem Mauer Maria gefallen ist. Und auch wenn sie viele ihrer Familienangehörigen und Freunde verloren haben, so schaffen es doch zumindest die Geschwister Eren Jäger und Mikasa Ackerman sich in Sicherheit zu bringen. So traumatisch dieses Ereignis für den Rest der Menschheit auch war, über die Jahre kehrt wieder Ruhe ein und die Kindergeneration nutzt die Friedenszeit um sich ausbilden zu lassen und entgegen sämtlicher Ratschläge und Anflehungen tritt Eren, gefolgt von seiner Schwester Mikasa, die geschworen hatte ihn zu beschützen, dem Aufklärungstrupp bei. Diese Einheit umfasst die einzigen Menschen, die sich in regelmäßigen Abständen außerhalb der Mauern trauen, um mehr über die Titans, ihre Schwächen und vor allem ihrer Herkunft herauszufinden. Meist kehren diese Trupps aber nur mit stark dezimierten und mitgenommenen Mitgliedern zurück. Eren, der sich aber nicht damit abfinden kann eingesperrt zu leben, ist das egal und zusammen mit Schwester und Freunden erkämpft er sich ehrgeizig seinen Platz in diesem gefährlichen Berufsfeld. Damit nimmt die Handlung auch ihren Lauf und wir werden nicht nur in jede Menge actionreiche, spannende und vor allem totbringende Action verwickelt, sondern kriegen auch ein Mysterium nach dem anderen vor die Füße geworfen, das uns neue Fakten über die rätselhaften Titans lernen lässt, gleichzeitig aber auch zig neue Fragen über sie aufwirft. Und wie es auch in jeder Zombieapokalypse so ist, muss man nicht nur auf die Monster draußen achten, sondern auch auf die anderen Menschen drin.




Attack on Titan hat mich sehr überrascht und vom ersten Kapitel an völlig in seinen Bann gezogen. Das liegt zum einen an der äußerst gnadenlosen Story, die selbst Hauptfiguren wie Game of Thrones verbrät und man kann sich selten sicher sein, dass irgendjemand aus der nächsten Schlacht zurückkehrt, nur weil er schon von Beginn an dabei ist. Zum anderen liegt es an dem sehr interessanten Zeichenstil, der mit seinen kräftigen, dicken Linien und harten Gesichtszügen stellenweise eher an einen Walking Dead Comic als an einen üblichen Manga erinnert. Hauptcharakter Eren ist für meinen Geschmack dann aber doch viel zu Manga-typisch geworden und kann einen ebenso wenig überraschen wie wirklich überzeugen, wofür es dann aber interessante Nebenfiguren gibt, allen voran seine sehr talentierte Schwester Mikasa oder sein intelligenter bester Freund Armin. Klingt sehr deutsch. Ist sicher beim Mauerfall mit durchgekommen. Wer sich mit sehr gnadenlosen Geschichten und vor allem recht heftigen Bildern anfreunden kann, der wird mit den Attack on Titan Büchern fesselnde treue Weggefährten finden, die einen immer wieder zu überraschen und zu erstaunen vermögen. Einen amazon Link findet ihr in der Videobeschreibung und wenn auch ihr schon Erfahrungen mit dem Manga oder auch dem Anime gemacht habt, dann lasst uns in den Kommentaren darüber reden. So oder so, Attack on Titan gehört zu meinen derzeitigen Top 5 Mangas.