Freitag, 1. August 2014

Bakuman Review [Manga]

Bakuman. Nicht zu verwechseln mit Hakuman aus der BlazBlue-Reihe – auch wenn’s ähnlich gut reinhaut! Hierbei handelt es sich um einen Manga, der zumindest thematisch mal etwas völlig anderes ist. Wir kriegen hier nicht nur einen Manga gezeichnet, wir kriegen hier einen Manga gezeichnet, der darüber handelt, wie jemand Mangas zeichnet. Whoooooa [Endlos-Spiegelbild] Die 176-Kapitel lange Geschichte dreht sich um den Jungen Mashiro, der antriebslos vor sich hinvegetiert, voraussichtlich die Schule mit einem durchschnittlichen Abschluss beenden wird, auf eine durchschnittliche Uni geht und dann ein durchschnittliches Leben führen wird. Und zum Frühstück gibt’s jeden Tag eine durchschnittliche Menge Aufschnitt. Durchgeschnitten. Jedenfalls ändert sich sein Leben schlagartig, als Klassenkamerad und Klassenbester Takagi auf ihn zutritt und ihm einen höchst unkonventionellen Vorschlag unterbreitet: »Lass uns Mangakas werden!« Mashiros einziges Talent ist nämlich das Zeichnen, während Takagi für sein Leben gerne Geschichten schreibt – eine perfekte Ergänzung also. Wäre da nicht Mashiros Abneigung gegenüber dieses waghalsigen Vorschlags. Doch Takagi lässt nicht locker und bringt Mashiro dazu, der Liebe seines Lebens von diesem Traum zu erzählen. Azuki, mit der er nie zuvor ein Wort gewechselt hat, ist begeistert von diesem Plan und enthüllt ihrerseits den Traum, Voice Actress zu werden, eine Mischung aus Schauspielerin, Sängerin und Synchronstimme. Und dann passiert etwas, das nur in einem Manga passiert – der schüchterne Mashiro bricht mit einer spontanen Idee aus sich heraus: Er macht Azuki einen Heiratsantrag. Mit 14 oder 15 Jahren. BECAUSE WHY NOT?! Wenn er und Takagi einen erfolgreichen Manga zustande bringen, der in einen Anime umgesetzt wird und Azuki die weibliche Hauptrolle sprechen wird, dann sollen sie heiraten. Und, was wahrscheinlich auch nur in einem Manga passiert: Azuki sagt zu und der bisher so antriebslose Mashiro hat nun einen Grund sein Leben auszuleben. Und damit beginnt der Kampf um die Spitze des Magazins Shonen Jump, in dem in Japan wöchentlich die neusten Kapitel von Mangas wie z.B. One Piece und Naruto erscheinen.

Und obwohl die Handlung komplett anders klingt als diese üblichen Jump-Mangas, ist sie sehr ähnlich aufgebaut. Es gibt viele Hürden die genommen werden müssen, vom Aufkommen der Ideen, über das Erstellen der Manuskripte, das Organisieren eines Editors und den schließlichen Kampf um eine Serialisierung und deren Instandhaltung natürlich. Und wie für einen Jump-Manga relativ üblich gibt es natürlich auch Kämpfe – logischerweise aber nicht mit Fäusten (obwohl es die auch zwischenzeitlich gibt), sondern mit der Feder. Ist ja eh stärker als das Schwert. Erzählt das mal Tischaune aus Walking Dead. Es gibt den als Genie betitelten Konkurrenten Eiji, der noch jünger als die beiden ist und ungefähr zur selben Zeit serialisiert wird, als die beiden anfangen. Es wird schnell klar, dass Eiji der ultimative Konkurrent des Duos ist, dem sie nacheifern und den sie schlagen wollen, obwohl er ihnen so unerreichbar weit voraus ist. Doch mit Eiji nicht genug, denn in so einem Magazin gibt es rund 20 verschiedene Mangas, gegen die man sich mit interessanten Geschichten und eindrucksvollen Zeichnungen durchsetzen muss und dementsprechend gibt es auch jede Menge andere „Antagonisten“, die wie die typischen Manga-Gegenspieler auftreten und Mashiro und Takagi den Kampf erklären.

Was den Manga so interessant macht, ist natürlich allen voran die Thematik, die übrigens auch gewisse autobiografische Tendenzen hat, da Bakuman ebenfalls von einem Duo erstellt worden ist – dasselbe, das sich auch für Death Note verantwortlich zeigt übrigens. Es ist unfassbar interessant zu sehen, wie ein Manga entsteht, wie man auf die Ideen dafür kommt und wie viel Kraft und auch Blut dafür fließen, speziell wenn man erst mal serialisiert ist und jede Woche ein Kapitel fertig kriegen muss, das noch dazu die besten der Besten schlagen soll. Aber es werden nicht nur die Mangakas und ihre unterschiedlichen Herangehensweisen gezeigt, sondern auch die Vorgänge bei Shonen Jump selber, also ein Blick hinter die Kulissen eines derart weltweit bekannten Magazins. Es ist sehr interessant zu sehen, nach welchen Kriterien ein Editor ein Manuskript auswählt oder wie er die Mangakas unter sich immer weiter antreibt und motiviert. Ein besonderes Highlight ist für mich hier Hiramaru, der die Arbeit an einem Manga unterschätzt hat und die gesamte Serie über darüber redet, wie er am liebsten aufhören oder mehrjährige Pausen einlegen möchte, was sein Editor Yoshida aber natürlich nicht zulassen möchte und ihn auf die herrlichsten weisen humoristisch manipuliert.

Für mich persönlich ist Bakuman zu einem meiner allerliebsten Mangas aufgestiegen, nicht nur weil er so herrlich unkonventionell und gleichzeitig doch typisch Shonen Jump ist, sondern einfach, weil ich mich wunderbar in der Geschichte wiederfinde. Ich hab auch mit 14 einen Heiratsantrag gemacht. Und sie hat ja gesagt… Nein, aber im Mittelpunkt der Geschichte steht der Kampf darum, seine Träume zu verwirklichen und seinen Konkurrenten nachzujagen, was mich in fast jedem Kapitel an mich und meinen Werdegang auf YouTube erinnert hat. Aber nicht nur die großartige Thematik beim Kämpfen um die eigenen Träume der Jugend, sondern auch die Darstellung von Freund- und Kameradschaften. Speziell Mashiro und Takagi, die die besten Freunde sind, die man sich nur vorstellen kann, aber auch die Verbindung zu ihrem Editor Hattori (der mich übrigens stark an… naja… die hier erinnert) oder zu anderen Mangakas, die als Gegenspieler vorgestellt wurden und im Laufe der Geschichte zu Freunden, Verbündeten, aber auch weiterhin Konkurrenten werden.



Wenn ich euer Interesse geweckt habe, verlinke ich euch in der Videobeschreibung den ersten Band, schaut gerne mal rein und lasst mir in den Kommentaren eure Meinung da. Ansonsten: Kämpft für eure Träume der Jugend!

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