Montag, 22. September 2014

Girls in my Glasses Review [Manga]

Freunde. Girls in my Glasses. Mädchen in meiner Brille. Ob das genauso gut funktioniert, wie Dioptrien in der Brille – das klären wir heute. Hierum geht’s also und als ich das Ding in der Buchhandlung gesehen habe, war ich schon hellauf begeistert. Vor allem, weil ich vor Jahren als ich meine Spaider-Mann und der Pokémonkaiser Synchro begonnen hatte, dieselbe Idee einbaute: Eine Röntgenbrille mit Nacktscanner. Wie das Ding, das man sich bei Jamba fürs Handy runterladen kann, nur dass es funktioniert. Jedenfalls war das Cover sehr überzeugend und der Umstand, dass es in Masturbierfolie verpackt war, machte mich ebenfalls neugierig. Worum geht’s also in diesem Manga? Na, das seht ihr doch hier. Und hier. Tatsächlich ist das maßgeblich auch schon alles. Jedes Kapitel ist eine Kurzgeschichte, in der es einen Typen gibt – mangaguide.de drückt es ganz passend aus: Die Männer wirken normal bis leicht pervers – wie man das aus solchen Manga- und Animegeschichten halt kennt. Mega schüchtern, total tollpatschig und pubertär dauergeil. Also schon mal eine Figur, mit der man sich identifizieren kann. Dieser Typ ist grundsätzlich Brillenträger und durch eben jene Tollpatschigkeit oder ein Anrempeln, verliert er grundsätzlich in jedem Kapitel die Brille. Und kaum hat er sie wieder aufgesetzt – offenbart sich ihm der Himmel. Zunächst wirkt der Nacktscanner nur zum Besichtigen von Unterwäsche und nur bei der Angebeteten. Frauen im Hintergrund müssen sich keine Sorgen machen. Die Unterwäsche ist übrigens grundsätzlich schön anzusehen, selbst wenn sie beispielsweise in einem Kimono unpassend wäre, wie der Autor im Vorwort erklärt, wo er auf den farbigen Seiten Einblicke in seine Denkprozesse gewährt. Und wer wollte nicht immer schon mal wissen, was in so einem Kopf vorgeht. Kopf. Was folgt ist entweder ein erneuter Verlust der Brille oder ein fließender Übergang – was genau jetzt fließt, überlasse ich eurer Vorstellungskraft – zum kompletten Nacktscanner. Wir sehen immer nur ein paar Lippen, dafür aber sämtliche Chubawambas und wie ihr die Japaner kennt, ist dieser Begriff durchaus angebracht. Der männliche Hauptcharakter ist daraufhin logischerweise noch mehr bedröppelt und entweder das oder künstlerische Freiheit resultiert so gut wie immer in eine peinlich-geile Situation, in der dann solche Momente entstehen. Sei es ein Stolpern oder eine Klischee-heiße Lehrerin, die einem um den Hals fällt, weil sie eine Maus gesehen hat. Der Trick, jedes Kapitel gleich aufzubauen, ist kein schwerer: Alle Kapitel sind lediglich Kurzgeschichten mit jedes Mal neuen Charakteren. Bei den Girls sorgt das natürlich für Abwechslung, was die Kerle mit den Glasses angeht… nun ja, da auch manchmal. Es gibt z.B. Youichi Shibahara. Er macht Bilderbücher, die sich nicht verkaufen. Oder Mikami-kun, der nicht checkt, das alles nur durch seine Brille läuft und seine Angebetete gar nicht wirklich nackt ist und sich ihm nicht hingeben will. So ein Schweinigel. Jap, Schweinigel. Ich hab’s nie zuvor gehört, aber in diesem Buch ist es ein wiederkehrender, geläufiger Begriff. Damit haben wir’s auch schon, darum geht’s in Girls in my Glasses. Auch im Schlusswort klärt der Mangaka uns nochmal auf: Vielen Dank, dass ihr den ersten Band zur Hand genommen habt. Nicht in die Hände. Zur Hand. Singular. An sich ist die Idee natürlich schon irgendwie peinlich-lustig und einige Geschichten machen sogar tatsächlich Spaß zu lesen, wie die mit der Lehrerin, gleichzeitig wird die immerselbe Geschichte schon in einem Band so langweilig, dass panini auch nur noch einen weiteren herausgebracht hat. Die wechselnden Frauen funktionieren, aber es hätte sicher eine bessere Story ergeben, wenn ein einheitlicher Hauptcharakter diesem merkwürdigen Brillenmysterium über die Kapitel hinweg auf die Schliche kommt und zu gebrauchen weiß. Immerhin sind die Zeichnungen sehr gelungen. Einen Band davon könnt ihr euch also ruhig mal zur Hand nehmen.


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